Die Höhle von Babie Doly
Erzählung
von Hans Pfeiffer
mit Faksimile
112 Seiten
12 x 19,5 cm
ISBN 9783861897262
€ 12,- / sFr 21,90
Der junge Hans Pfeiffer macht die literarische Welt 1957 mit einem Paukenschlag auf sich aufmerksam: In der NEUEN DEUTSCHEN LITERATUR erscheint seine Erzählung „Die Höhle von Babie Doly“. Im Zweiten Weltkrieg werden in Polen sechs deutsche Soldaten auf ihrem Rückzug aus Russland in einem Bunker verschüttet und treffen dort auf ein Flüchtlingsmädchen. Fünf von ihnen sterben in der Höhle, zwei, nachdem sie noch einmal das lang ersehnte Tageslicht erblicken.
Die Erzählung entrüstet in der DDR dogmatische Kritiker, die dem Autor ideologische Unzuverlässigkeit sowie Nähe zum Existentialismus und zu Blochs Hoffnungsphilosophie anlasten.
Pfeiffers kolossaler Erstling wird erstmals in einem Buch publiziert und ergänzt gleichsam in beeindruckender Weise sieben „Historische Phantasien“ aus dem Jahre 1997, in denen tragende Motive seines umfangreichen literarischen Lebenswerkes aufgegriffen werden. Sie können zugleich als sein Vermächtnis gelten.
Der Autor stellt bedeutende Persönlichkeiten wie Thomas Müntzer, Martin Luther, Otto von Bismarck, Rosa Luxemburg, Theodor Lessing u. a. in eine fiktive historische Situation und erzählt „ungeschehene Geschichte“.
Reizvoll, unterhaltsam und spannend. Eine literarische Kostbarkeit.
In seinem Nachwort zu dieser Ausgabe würdigt Prof. Helmut Richter Pfeiffers literarische Leistung. Richter, Jahrgang 1933, folgte Hans Pfeiffer 1990 als Direktor des Literaturinstitutes. Der Schriftsteller, Lyriker, Gründer und jahrelanger Chefredakteur der „Leipziger Blätter“ schreibt außerdem Drehbücher, u.a. für die ARD-Krimireihe „Tatort“. Die unvergessliche Wiedervereinigungs-Hymne „Über sieben Brücken musst Du gehn“ stammt aus seiner Feder.

